Touchscreen Applikationen auf der Messe: Do’s und Don’t's auf der IAA in Frankfurt

Ob Tablets, Touch Tables oder Touch Walls – Touchscreen Applikationen gehören heutzutage zu den Lieblings-Medium auf Messe-Ständen: Modern und faszinierend ermöglichen sie auf spielerische Weise eine einfache und angenehme Übermittlung von Produkt- und Markeninformationen. Touchscreen Applikationen können den Vertrieb fördern! Doch ist 14 Jahre nach unserem ersten Artikel über Touchscreens eines klar: selbst Unternehmen mit enormen Investitionen in digitale Tools auf der Messe machen immer noch gravierende Anfänger- und Konzeptionsfehler! Da, wo die Bedienung einfach und schnell sein sollte, kann sie, wenn auch ungewollt, zu einem wahren Geduldsspiel für den Besucher werden. Crossretail zeigt Do’s und Don’t's in Sachen Design und Ergonomie bei Touchscreen Applikationen auf der IAA:

Lesbarkeit: Ungenügend

Ein Problem, dass an vielen Ständen aufkam, war die mangelnde Lesbarkeit: bei Schriftgröße 10 konnten selbst direkt davor stehende Leser Produkt-Informationen auf dem Tablet nicht lesen. Man könnte meinen, der Grafiker hätte während der Gestaltung der Benutzeroberfläche seelenruhig in 20 cm Entfernung vor dem Bildschirm gesessen, ohne sich Gedanken über die zukünftige User Experience und die reelle Distanz zu machen. Touchscreen Applikationen Touchscreen Applikationen

Und wo soll ich jetzt klicken?

Anders als am PC gibt es bei Touchscreens keinen Mauszeiger, der einem angibt wo man klicken kann und soll. Auf der Messe sieht man immer noch einige Apps, die klickbare Zonen nicht klar genug anzeigen. Das beste Beispiel hierfür war der Stand von Volkswagen. An seiner großen Touch Wall war nicht klar, wo man zu klicken hatte, und warum. Klickbare und nicht klickbare Flächen nutzten das gleiche Design, die Bedienung wurde zum Suchspiel. Außerdem war der Bildschirm so riesig, dass nicht ausreichend Abstand für die Bedienung genommen werden konnte. Man musste also zum Klicken nah an den Bildschirm heran und dann wieder zurücktreten, um zu sehen was passiert… Von professionnellem User Experience Design auch hier keine Spur…Touchscreen Applikationen Touchscreen Applikationen

Andere Probleme gab es bei quasi allen Touchscreen Applikationen:

  • Langsame Reaktionszeit des Bildschirms: Habe ich geklickt oder habe ich nicht geklickt???
  • Spiegelnde Bildschirme, die den Inhalt einer Applikation in der hellbeleuchteten Umgebung der Messe unleserlich werden lassen.
  • Fehlende Erklärungen zu den AnimationenAm Smart-Stand war es beispielsweise möglich seinen RFID Badge an verschiedenen Stellen zu scannen – ohne aber zu wissen, wozu überhaupt. Zudem kam die Antwort zu spät und war unklar. Tatsächlich gab es in der allgemeinen Geräuschkulisse nur einen kaum hörbaren Piepton : Scannte man mehrfach, wurde unangebrachterweise mehrmals auf der Facebook-Seite des Besuchers gepostet.

Touchscreen Applikationen

Worauf sollte man achten? Unsere Checkliste für das Design von Touchscreen Applikationen

  • Richten Sie sich nach Ihrer Zielgruppe: Senioren, Kinder, Experten, Außenstehende,…         
  • Ganz vorne an steht die reale User Experience! Beachten Sie die Umgebung der Applikation: allgemeine Beleuchtung, Geräusche, Abstand, sitzende/stehende Position…                      
  • Klare Benutzeroberfläche mit eindeutigen und auf der richtigen Stelle gelegenen Anwendungshinweisen sind ein Muss! Vergessen Sie nicht die Möglichkeit eine Etappe zurück oder vor zu gehen.                     
  • Schreiben Sie in angemessener Schriftgröße!                   
  • Vermeiden Sie (zu viel) Scrolls!                   
  • Weniger ist mehr: reduzieren Sie Text auf ein Minimum!                       
  • Verwenden Sie Orientierungspunkte innerhalb der Applikation um dem Nutzer aufzuzeigen, wo er sich gerade befindet.                     
  • Machen Sie den ganzen Button klickbar und nicht nur eine Partie -für eine schnellere und leichtere Navigation.             
  • Verwenden Sie Interaktionstechniken, die die Konzentration des Nutzers mehr auf den Inhalt als auf die Bedienung lenken!               
  • Respektieren Sie die natürliche Leseart und taktilen Navigationscodes.                       
  • Geben sie ein sofortiges Feedback (< 1/3 Sek.)!  Wichtig zur Information des Nutzers, ob seine Anweisung in Kenntnis genommen wurde.               

Zum Glück misslingt nicht alles!

Und da wir nicht nur meckern wollen – hier ein paar Beispiele auf der IAA, die uns überzeugt haben: Das Terminal von Nissan: Der Besucher erkannte dank eines Hilfsmenüs am Bildschirm leicht das Funktionsprinzip der Animation. Eine Orientierungsleiste oben in der Seite zeigte dem Nutzer die Anzahl an Schritte für den Anmeldeprozess und an welcher Stelle er sich gerade befindet. Die Benutzeroberfläche war sauber und explizit mit klar definierten klickbaren Zonen. Touchscreen Applikationen Touchscreen Applikationen Terminals und Tablets zur Fahrzeug-Präsentation am Skoda Stand: Dank einer angezeigten Hand auf der Benutzeroberfläche wusste der Besucher sofort, dass diese Applikation taktil ist. Die Seiten waren schlicht gehalten und nicht mit Inhalt überladen. Einige Tablets waren diebessicher mit einer Schnur an ein Gehäuse angebunden, sodass der Benutzer sich hinsetzen und in aller Ruhe den hochwertigen 3D Inhalt aufrufen konnte, der einen echten Mehrwert zum ausgestellten Produkt bot. Touchscreen Applikationen Touchscreen Applikationen Touchscreen Applikationen

Author: die Redaktion

Wir sind Designer, Projektmanager, Entwickler, Vertriebler, Strategen oder Traffic-Manager innerhalb der digitalen Kommunikationsagentur MOONDA. Wir teilen hier mit Ihnen unsere Überlegungen und sprechen über das, was uns inspiriert, berührt, herausfordert oder auch amüsiert.

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